5 Trends, die Supply-Chain-Experten im Blick haben sollten - Fortna

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    5 Trends, die Supply Chain Experten im Blick haben sollten

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    Die Pandemie hatte in den letzten Jahren weitreichende Auswirkungen auf den E-Commerce, die Supply Chains und die operativen Prozesse im Lager. Steigende Nachfrage und ein verändertes Verbraucherverhalten haben sich darauf ausgewirkt, wie, warum und was Kunden kaufen. Im folgenden Artikel deuten 5 aktuelle Trends darauf hin, dass die Nachfrage auch künftig ansteigt und sich Kundenverhalten und -gewohnheiten parallel dazu weiterhin verändern werden.

    Unternehmen, die diese Trends überwachen und in ihre allgemeine operative Strategie miteinbeziehen, verschaffen sich einen deutlichen Vorteil, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass sie flexibel genug sind, um sich an aktuelle und künftige Herausforderungen des Marktes anzupassen.

    Trend 1: Weiteres Wachstum im E-Commerce

    Der E-Commerce hatte während der Pandemie einen enormen Wachstumsschub – viele Einzelhändler haben immer noch Schwierigkeiten, mit dem Wachstum Schritt zu halten und die Nachfrage der Verbraucher zu erfüllen. Verbraucher, die zuvor Produkte in Ladengeschäften gekauft hatten, werden nach der Pandemie weiterhin online einkaufen.

    Das rasante Umsatzwachstum der letzten Jahre, das durch die pandemiebedingten Schließungen im Einzelhandel nochmals befeuert wurde, verdeutlicht auch eine von Statista im Mai 2022 veröffentlichten Erhebung:

    • Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz im B2C-E-Commerce in Deutschland um 19 Prozent gestiegen.
    • 2022 wird ein Umsatzwachstum im B2C-E-Commerce von €97,4 Mrd. erwartet
    • 2021 belief sich der B2C-E-Commerce-Umsatz in Deutschland auf €86,7 Mrd.
    • Im Jahr 2015 lag der B2C-E-Commerce-Umsatz noch unter €40 Mrd.

    Wenn das Wachstum des deutschen B2C E-Commerce dynamisch zunimmt, steigt der Onlineanteil im Einzelhandel bis 2025 auf 21 %.

    Quelle: https://www.ifhkoeln.de/2025-koennte-jeder-fuenfte-handelseuro-online-realisiert-werden/

    Trend 2: Stationäre Shops bekommen wieder Aufwind

    Laut Transkript eines aktuellen Artikels im Wall Street Journal sind US-Einzelhändler zum ersten Mal seit 2017 auf dem Weg, mehr Geschäfte zu eröffnen als bis dahin geschlossen wurden. Während einige große Einzelhändler Verträge abgeschlossen oder Geschäftsstandorte konsolidiert haben, wurden neue Marken und Unternehmen gegründet, die online gewachsen sind. Dabei wurde festgestellt, dass physische Standorte zu höheren Umsätzen und einem erweiterten Kundenerlebnis führen.

    Weitere Trends in puncto Filial-Wachstum:

    • Nutzung von Flächen, die in Fulfillment-Zentren und/oder Abholstationen umgewandelt werden: Online kaufen, im Geschäft abholen (engl.: Buy online, pick up in store =BOPIS)
    • Verfügbarkeit bestehender Filialgeschäfte
    • Nutzung von Leasing-Angeboten, um kurzfristig zusätzliche Flächen anzumieten

    Trend 3: Paralleles Wachstum von SKUs und Nachfrage nach Personalisierung

    Verbraucher orientieren sich zunehmend digital, zudem wächst die Nachfrage nach personalisierten Produkten. Infolge dessen steigt die SKU-Zahl kontinuierlich an. Eine kürzlich von Deloitte durchgeführte Verbraucherumfrage ergab:

    • Jeder fünfte Verbraucher ist bereit, 20 % Aufpreis für personalisierte Produkte zu zahlen.
    • 22 % der Verbraucher sind bereit, im Gegenzug für stärker personalisierte Dienstleistungen oder Produkte einige Daten weiterzugeben.
    • 48 % der Verbraucher gaben an, dass sie bereit wären, länger auf personalisierte Produkte oder Dienstleistungen zu warten.

    Personalisierung bedeutet: mehr Produkte im Bestand und kontinuierliches Wachstum der SKU-Anzahl. Unternehmen müssen Bestandsverwaltungssysteme mit transparenten Daten und dynamischer Kapazitätsstrategie implementieren, um die wachsende Nachfrage nach personalisierten Produkten zu bewältigen.

    Wenn Marken nicht die Standards für Nachhaltigkeit erfüllen, die Verbraucher erwarten, kann dies ausschlaggebend für sie sein, sich von diesen Marken abzuwenden.

    Trend 4: ESG wird für Verbraucher immer wichtiger

    Der ESG Consumer Intelligence Survey 2021 von PWC ergab, dass eine überwältigende Mehrheit der Verbraucher eher von Unternehmen kauft, deren Werte im Einklang stehen mit den Prinzipien von ESG (engl. Abk.: Environmental, Social, Governance), also Verantwortung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Die Umfrage ergab:

    • 57 % der Verbraucher sind der Meinung, dass Unternehmen mehr tun sollten, um Umweltthemen voranzutreiben.
    • 48 % möchten, dass Unternehmen fortschrittlicher bei sozialen Themen agieren
    • 54 % erwarten mehr Engagement, wenn es um Fragen der Unternehmensführung geht

    Verbraucher sind bereit, sich von Marken abzuwenden, die ihre Standards für Nachhaltigkeit nicht erfüllen. Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage von LEK Consulting ist die Zahl der Menschen, die sich für Nachhaltigkeit interessieren, in den letzten drei Jahren merklich gestiegen.

    • 54 % der Verbraucher geben an, aus Nachhaltigkeits- oder ethischen Gründen von bestimmten Marken oder Produkten abgewichen zu sein.
    • 51 % der Verbraucher geben an, dass sie bereit sind, mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen.
    • Im direkten Vergleich zu regulären Produkten akzeptieren Verbraucher 24-40 % höhere Preise für nachhaltige Produkte.

    Nachdem die Europäische Union mit der sogenannten EU-Taxonomie eine europaweit einheitliche Nachhaltigkeitsdefinition gesetzlich etabliert hat, sehen sich künftig alle Unternehmen ab 250 Mitarbeiter*innen und/oder einem Umsatz von 50 Mio. € mit deutlich strengeren Anforderungen an die Offenlegung und das Reporting bezüglich ESG konfrontiert. Sie sind in der Pflicht, ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen, -defizite und -ziele in einem öffentlichen Berichterstattungsprozess zu dokumentieren.

     


    Quelle: PWC 2021 Consumer Intelligence Survey

     

    Trend 5: Akzeptanz neuer Marken und Produkte

    Die Pandemie hat den E-Commerce und die Supply Chain auf vielfältige Weise beeinflusst. Ein Punkt, der bisher in diesem Zusammenhang wenig beleuchtet wurde, ist die Auswirkung auf die Markentreue. Während COVID-19 hat sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher verändert – der Online-Einkauf, auch über mobile Geräte wie Telefone und Tablets, ist wahrscheinlich eine dauerhafte Veränderung. Diese neuen Kaufpraktiken heizen den Online-Wettbewerb um Kunden zwischen bisher verwendeten und neuen Marken an. Eine von McKinsey & Company durchgeführte Umfrage zum Kaufverhalten ergab, dass 37 % der europäischen Verbraucher auf eine Eigenmarke umgestiegen sind, 29% haben eine neue Marke ausprobiert.

    Angesichts der Kostensensibilität der Verbraucher bleibt der Wert der Hauptgrund für Verbraucher, neue Marken und neue Einkaufsmöglichkeiten auszuprobieren. Abgesehen davon werden Komfort und Verfügbarkeit am häufigsten als Hauptgründe für die Kaufentscheidung der Verbraucher genannt.

     

    Was bedeuten diese Trends für Verantwortliche von Lägern und Supply Chains?

    • Distributionszentren (DCs) müssen weiterhin innovativ sein und in Automatisierung und Wachstum investieren, da die E-Commerce-Verkäufe weiter zunehmen, während sich die Kundenanforderungen kontinuierlich verändern.
    • Die Verwaltung von DC-Kosten, Komplexität, SKU-Verbreitung und Effektivität wird zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil.
    • Markenreputation und die Beschäftigung mit ESG-Maßnahmen werden für Unternehmen zunehmend wichtig.
    • Business Intelligence, Datenanalysen und Technologien sind als Rüstzeug für alle Verantwortlichen von entscheidender Bedeutung, um erfolgreich arbeiten zu können.

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    Gemeinsam mit unseren erfahrenen Experten erarbeiten wir mit Ihnen Strategien für den erfolgreichen Einsatz des Fortna Distribution Optimization Framework™ mit unserer eigens entwickelten Software und unseren Tools in Ihrem Lager, damit Sie auf die im Artikel beschriebenen Trends und andere disruptive Ereignisse reagieren können.

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